Zum Inhalt springen
Schwesterseite: Kosmoskop – Was ist da draußen? →
Sternenscout

Dunkle Orte finden

Je dunkler der Ort, desto mehr siehst du – so findest du einen guten Beobachtungsplatz.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger

Sternenhimmel mit Milchstraße über verschneiten Alpengipfeln
Bild: Eddie basler, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der wichtigste Unterschied zwischen einem enttäuschenden und einem eindrücklichen Sternenabend ist oft nicht das Instrument, sondern der Ort. In einer hell beleuchteten Stadt siehst du nur die hellsten Sterne; an einem dunklen Platz zieht sich die Milchstraße als heller Streifen über den Himmel.

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

Was macht einen guten Beobachtungsplatz aus?

  • Wenig künstliches Licht in der Nähe und möglichst keine große Stadt in der Richtung, in die du schauen willst.
  • Freie Sicht – vor allem nach Süden, wo im Lauf des Jahres die meisten Planeten und viele Sternbilder durchziehen.
  • Fester, ebener Boden für Stativ oder Teleskop, ohne Wiese voller Tau, wenn es sich vermeiden lässt.
  • Sicherer Zugang: Parkplatz in der Nähe, keine Absturzkante, Handyempfang.
  • Erlaubnis: Privatgrundstücke, Weiden und Naturschutzgebiete nur mit Erlaubnis bzw. nach den lokalen Regeln betreten.

Lichtverschmutzungskarten nutzen

Auf lightpollutionmap.info siehst du, wie hell der Himmel an einem Ort ungefähr ist. Die Karte zeigt unter anderem Satellitendaten der nächtlichen Beleuchtung (VIIRS) und den «World Atlas 2015» der künstlichen Himmelshelligkeit. Dunkle Farben bedeuten dunklen Himmel, Gelb, Rot und Weiß stehen für stark aufgehellte Gebiete.

So gehst du vor:

  1. Zoome auf deine Region und suche Flecken mit dunkleren Farben in vernünftiger Fahrdistanz.
  2. Prüfe auf einer normalen Landkarte, ob es dort einen Parkplatz, einen Feldweg oder eine Passstraße gibt.
  3. Schau dir den Ort zuerst bei Tag an: Wo stehen Lampen? Wie ist der Horizont? Ist der Boden eben?

Mehr dazu, wie die Aufhellung entsteht und wie du sie einschätzen kannst, steht unter Lichtverschmutzung.

Wo ist es in Deutschland noch dunkel?

Das GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam hat per Satellit ausgewertet, wie sich die Außenbeleuchtung entwickelt: Zwischen 2012 und 2017 wurde es in fast allen Bundesländern heller, nur in Thüringen nahm die gemessene Lichtabstrahlung ab. Ein wirklich dunkler Himmel ist deshalb vor allem in dünn besiedelten Gebieten und in Schutzgebieten zu finden – weit weg von Großstädten und Ballungsräumen.

Dort liegen auch die anerkannten Sternenparks, etwa im Westhavelland, in der Rhön, im Nationalpark Eifel und im Bayerischen Wald, dazu die Sterneninseln Spiekeroog und Pellworm. Eine Liste mit allen Orten findest du unter Dunkle Orte in Deutschland. Daneben nennt die Übersicht von sterngucker.de auch Regionen wie die Schwäbische Alb, die zwar dunkel sind, aber nicht von DarkSky International anerkannt wurden.

Hochnebel: über die Nebelgrenze fahren

Hochnebel ist laut dem Lexikon der Geowissenschaften eine tief hängende Wolkenschicht, die unter einer Inversion entsteht und besonders im Winter bei Hochdruckwetter auftritt. Er kann hartnäckig sein und lange anhalten. Für Sternfreunde heißt das: Unter der grauen Decke bleibt es trüb, darüber kann der Himmel klar sein. Eine Fahrt auf einen Berg oder eine Anhöhe über die Nebelgrenze kann sich dann lohnen. Wie weit die Wolkendecke reicht, siehst du auf dem Satellitenbild «Europa Wolken» des Deutschen Wetterdienstes; mehr zur Planung unter Astrowetter.

Sicher unterwegs in der Nacht

  • Sag jemandem, wohin du fährst, oder geh zu zweit.
  • Nimm eine Rotlichtlampe mit – und für den Weg zum Auto auch eine normale Lampe.
  • Parke so, dass du andere nicht blendest und niemandem im Weg stehst.
  • Rechne in den Bergen mit Kälte, Wind und vereisten Straßen, auch wenn es im Tal mild ist.

Häufige Fragen

Muss ich in die Berge fahren, um etwas zu sehen?
Nein. Mond, Planeten, helle Sterne und viele Doppelsterne siehst du auch am Stadtrand. Für die Milchstraße und lichtschwache Nebel und Galaxien lohnt sich aber ein dunklerer Ort.
Ist der eigene Garten gut genug?
Für den Anfang oft ja – vor allem, wenn du Straßenlampen und Hausbeleuchtung abschirmen kannst. Der Vorteil: Das Teleskop ist schnell draußen, und du beobachtest öfter.
Was mache ich bei Hochnebel?
Hochnebel tritt vor allem im Winter bei Hochdruckwetter auf, und darüber ist es oft klar. Dann lohnt sich die Fahrt auf einen Berg oder eine Anhöhe über die Nebelgrenze – schau vorher auf dem Satellitenbild nach, wie weit die Nebeldecke reicht.

Quellen (5)

  1. Light pollution map (lightpollutionmap.info) (abgerufen 15.10.2026)
  2. GFZ Helmholtz-Zentrum Potsdam: German nights get brighter – but not everywhere (abgerufen 15.10.2026)
  3. sterngucker.de: Sternenparks in Deutschland (Übersicht, Stand 30.09.2026) (abgerufen 15.10.2026)
  4. Spektrum.de, Lexikon der Geowissenschaften: Hochnebel (abgerufen 15.10.2026)
  5. Deutscher Wetterdienst (DWD) (abgerufen 15.10.2026)

Weiterlesen