Astrofotografie
Vom Smartphone-Mondfoto bis zur ersten Galaxie – und was du realistisch erwarten darfst.
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Ein Foto des Sternenhimmels zeigt oft mehr, als du mit bloßem Auge siehst: Eine Kamera kann Licht über Sekunden oder Minuten sammeln, dein Auge nicht. Genau das macht Astrofotografie so reizvoll – und manchmal frustrierend. Hier findest du vier Wege in das Hobby, vom Handy in der Hosentasche bis zum Smart-Teleskop.
Welcher Weg passt zu dir?
| Weg | Was gut gelingt | Aufwand |
|---|---|---|
| Smartphone | Mond, Dämmerung, Sternbilder, mit Nachtmodus auch die Milchstraße | gering: Stativ oder Halterung |
| Kamera und Stativ | Milchstraße, Sternbilder über Landschaft, Sternspuren | mittel: Kamera mit manuellem Modus, lichtstarkes Weitwinkel |
| Smart-Teleskop | helle Nebel, Sternhaufen, große Galaxien | mittel: Gerät aufstellen, App bedienen |
| Nachbearbeitung | mehr Detail und weniger Rauschen aus allen drei Wegen | Zeit am Computer, Software gratis |
Für Planeten mit Details und für lang belichtete Bilder durch ein größeres Teleskop brauchst du später eine nachführende Montierung und eine Astrokamera. Das ist ein eigenes Fachgebiet – fang lieber mit den einfachen Wegen an.
Was kannst du realistisch erwarten?
Die farbigen Nebelbilder in Büchern und auf Social Media sind meist aus Dutzenden bis Hunderten Einzelaufnahmen zusammengesetzt und danach bearbeitet. Ein Beispiel aus der Praxis: Das Bild unten zeigt den Orionnebel, den ein Smart-Teleskop aus 63 Einzelbildern à 10 Sekunden automatisch zusammengerechnet hat – zusammen also gut zehn Minuten Belichtung.

Was du dir merken kannst:
- Mehr Belichtung schlägt teure Technik. Viele kurze Bilder, später übereinandergelegt («gestackt»), rauschen deutlich weniger als ein einzelnes.
- Der Himmel zählt mehr als die Kamera. An einem dunklen Ort ohne Mond gelingt mit einfacher Ausrüstung mehr als mit Profi-Gerät in der Stadt.
- Das Wetter entscheidet. Klare, ruhige Nächte sind selten – plane mit der Astrowetter-Seite und dem Mondkalender.
- Bearbeitung gehört dazu. Auch einfache Bilder gewinnen viel, wenn du sie stackst und vorsichtig aufhellst. Die Software dafür gibt es gratis.
Die Bereiche im Überblick
SmartphoneMit Nachtmodus, Stativ und etwas Geduld gelingen erstaunliche Himmelsbilder – auch durchs Teleskop.
Kamera und StativEine Kamera mit lichtstarkem Weitwinkel auf dem Stativ – mehr braucht es für die Milchstraße nicht.
Smart-TeleskopEin Smart-Teleskop findet Objekte selbst und baut das Bild live aus vielen kurzen Aufnahmen auf.
NachbearbeitungViele Einzelbilder übereinanderlegen, vorsichtig aufhellen – so holst du das Beste aus deinen Aufnahmen.
Häufige Fragen
Welcher Einstieg in die Astrofotografie ist am günstigsten?
Brauche ich für Astrofotos ein Teleskop?
Warum sehen meine Bilder nicht aus wie die von Hubble?
Quellen (6)
- Google Research: Astrophotography with Night Sight on Pixel Phones (26.11.2019) (abgerufen 14.10.2026)
- BBC Sky at Night Magazine: How to point your smartphone through your telescope (abgerufen 14.10.2026)
- PhotoPills: Milky Way photography settings (abgerufen 14.10.2026)
- ZWO: Seestar S50 (Datenblatt) (abgerufen 14.10.2026)
- Wikimedia Commons: Stacked 63 M 42 10.0s LP (Seestar-Aufnahme) (abgerufen 14.10.2026)
- Siril – Astronomische Bildbearbeitung (abgerufen 14.10.2026)
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