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Sternenscout

Mondphasen beobachten

Von der Sichel bis zum Vollmond: wann der Mond wo steht und welche Phase im Fernglas oder Teleskop am meisten zeigt.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Schmale Mondsichel
Bild: gjdonatiello, CC0, Quelle: Wikimedia Commons

Der Mond sieht jeden Abend anders aus – und zeigt jeden Abend andere Einzelheiten. Wer die Phasen versteht, weiß, wann sich der Blick ins Teleskop lohnt und wo der Mond gerade am Himmel steht. Die genauen Daten für 2026 und 2027 findest du im Mondkalender.

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

Warum hat der Mond Phasen?

Der Mond leuchtet nicht selbst. Die Sonne beleuchtet immer eine Hälfte von ihm. Während er in rund einem Monat um die Erde läuft, sehen wir mal mehr, mal weniger von dieser beleuchteten Hälfte. Von Neumond zu Neumond vergehen etwa 29,5 Tage.

Die Phasen im Überblick

Phase Tage nach Neumond Wann am Himmel Was du siehst
Neumond 0 geht mit der Sonne auf und unter nichts – die beleuchtete Seite zeigt von uns weg
Zunehmende Sichel 2 bis 5 abends im Westen, geht am Abend unter Sichel mit Erdschein, Mare Crisium am Rand
Erstes Viertel (Halbmond) etwa 7 geht um Mittag auf, um Mitternacht unter Terminator in der Mondmitte: Apenninen, Krater im Süden
Zunehmender Mond 8 bis 13 geht am Nachmittag auf, am frühen Morgen unter Kopernikus, Plato, Sinus Iridum am Terminator
Vollmond etwa 15 geht bei Sonnenuntergang auf, bei Sonnenaufgang unter hell und flach, aber Strahlen um Tycho und Kopernikus
Abnehmender Mond 16 bis 21 geht nach Sonnenuntergang auf, nach Sonnenaufgang unter Schatten fallen nun nach der anderen Seite
Letztes Viertel etwa 22 geht um Mitternacht auf, um Mittag unter gleiche Gegend wie beim ersten Viertel, im Abendlicht des Mondes
Abnehmende Sichel 23 bis 27 vor Sonnenaufgang im Osten Sichel mit Erdschein am Morgenhimmel

Die Auf- und Untergangszeiten sind grobe Richtwerte; je nach Jahreszeit verschieben sie sich deutlich.

Der Terminator: Hier spielt die Musik

Die Grenze zwischen Tag und Nacht auf dem Mond heißt Terminator. Dort geht für den Mond gerade die Sonne auf (zunehmender Mond) oder unter (abnehmender Mond). Die Sonne steht flach, und schon kleine Hügel werfen lange Schatten. Krater wirken tief, Gebirge plastisch.

Weil der Terminator jeden Tag weiterwandert, siehst du jeden Abend andere Krater «im besten Licht». Eine Auswahl mit den passenden Tagen findest du in der Mond-Tour.

Warum ist der Vollmond schlecht für Details?

Beim Vollmond steht die Sonne für die Mondmitte senkrecht am Himmel. Es gibt fast keine Schatten, die Oberfläche wirkt flach und grell. Krater, die eine Woche vorher spektakulär aussahen, sind kaum noch zu finden.

Der Vollmond, aus vielen Teleskopaufnahmen zusammengesetzt
Der Vollmond: kaum Schatten, dafür starke Kontraste zwischen dunklen Meeren und hellen Hochländern.Bild: Astrobond, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Dafür zeigt der Vollmond etwas anderes: die hellen Strahlen um junge Krater wie Tycho und Kopernikus, die sich weit über die Mondoberfläche ziehen, und den Kontrast zwischen dunklen Meeren und hellen Hochländern.

Außerdem ist der Vollmond mit rund −12,7 mag so hell, dass er schwache Sterne, Nebel, Galaxien und die Milchstraße überstrahlt. Für solche Ziele planst du am besten die Tage um Neumond ein.

Was ist der Erdschein?

Bei einer schmalen Sichel, abends oder morgens, siehst du oft auch den «dunklen» Teil des Mondes schwach grau leuchten. Das ist der Erdschein: Sonnenlicht, das von der Erde auf den Mond fällt und von dort zurück zu uns. Vom Mond aus gesehen wäre die Erde dann fast «voll». Im Fernglas ist der Erdschein besonders schön.

Zunehmende Mondsichel mit Erdschein
Zunehmende Mondsichel mit Erdschein: Der «dunkle» Teil des Mondes leuchtet schwach grau.Bild: 14xpm14, CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Blendung dämpfen: der Mondfilter

Im Teleskop ist der Mond, vor allem ab dem Halbmond, sehr hell. Das ist für die Augen nicht gefährlich, aber unangenehm, und feine Kontraste gehen unter. Ein Mondfilter (Graufilter) oder ein verstellbarer Polfilter, den du ins Okular schraubst, macht das Bild angenehmer. Mehr dazu unter Filter.

Gut zu wissen

  • Der Mond ist am Himmel etwa ein halbes Grad groß (29 bis 34 Bogenminuten, je nach Abstand).
  • Er zeigt uns immer dieselbe Seite. Die Krater, die du heute siehst, findest du nächsten Monat wieder.
  • Mehr über den Mond selbst – Entstehung, Aufbau, Missionen – findest du auf Kosmoskop.

Häufige Fragen

Welche Mondphase ist die beste für das Teleskop?
Die Tage zwischen schmaler Sichel und etwas nach dem Halbmond (etwa 3 bis 10 Tage nach Neumond). Dann werfen Krater und Berge am Terminator lange Schatten.
Warum ist der Vollmond schlecht für Beobachtungen?
Die Sonne steht dann senkrecht über der Mondmitte, es gibt kaum Schatten, und die Oberfläche wirkt flach. Außerdem überstrahlt der Vollmond schwache Sterne, Nebel und Galaxien.
Was ist der Erdschein?
Der schwache Schimmer auf dem dunklen Teil der Mondsichel. Er entsteht durch Sonnenlicht, das von der Erde auf den Mond zurückgeworfen wird (NASA).

Quellen (3)

  1. NASA Science: Moon Phases (abgerufen 14.10.2026)
  2. NASA Science: Moon Facts (abgerufen 14.10.2026)
  3. Astronomy Engine – eigene Berechnung (Vollmond-Helligkeit, scheinbare Größe) (abgerufen 14.10.2026)

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