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Vergrößerung berechnen

Eine einfache Division – und warum mehr Vergrößerung nicht automatisch mehr zeigt.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Der Mondkrater Plato bei hoher Vergrößerung
Bild: Jan1959, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Vergrößerung eines Teleskops ist keine feste Eigenschaft. Sie entsteht erst im Zusammenspiel von Teleskop und Okular – und du änderst sie, indem du das Okular wechselst. Darum steht auf einem guten Teleskop auch keine Vergrößerung, sondern die Öffnung und die Brennweite.

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Die Formel

Vergrößerung = Brennweite des Teleskops ÷ Brennweite des Okulars

Beide Werte in Millimetern. Die Brennweite des Teleskops steht meist auf dem Tubus oder im Datenblatt (zum Beispiel «D = 200 mm, F = 1200 mm»), die des Okulars ist darauf eingraviert.

Ein paar Beispiele für ein Teleskop mit 1200 mm Brennweite:

Okular Rechnung Vergrößerung
32 mm 1200 ÷ 32 37,5×
25 mm 1200 ÷ 25 48×
10 mm 1200 ÷ 10 120×
6 mm 1200 ÷ 6 200×

Daraus folgt die wichtigste Regel: Kurze Okular-Brennweite = hohe Vergrößerung. Das 6-mm-Okular vergrößert also stärker als das 32-mm-Okular.

Was macht eine Barlow-Linse?

Barlowlinse und Okular
Barlow-Linse und Okular: Die Barlow kommt zwischen Teleskop und Okular.Bild: DrCruse, CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Eine Barlow-Linse steckst du zwischen Teleskop und Okular. Sie verlängert die wirksame Brennweite um ihren Faktor: Eine 2×-Barlow macht aus 1200 mm wirksam 2400 mm. Das 25-mm-Okular liefert dann 96× statt 48×. So bekommst du mit wenigen Okularen mehr Vergrößerungs-Stufen.

Wie viel Vergrößerung ist sinnvoll?

Rechnerisch kannst du mit sehr kurzen Okularen und Barlow-Linsen fast jede Zahl erreichen. Sinnvoll ist das nicht, denn irgendwann wird das Bild nur noch größer, aber nicht detailreicher.

Höchstvergrößerung: Als Faustregel gilt etwa 2× die Öffnung in Millimetern. Ein 200-mm-Teleskop kommt also bis etwa 400×. Die Quellen schwanken leicht: Celestron nennt 60× pro Zoll (25,4 mm) Öffnung, eine amerikanische Astronomie-Vereinigung 50× pro Zoll. Beides liegt nahe bei der 2×-Regel.

Was die Luft erlaubt: Die Faustregel ist eine Obergrenze der Optik. In der Praxis begrenzt meist die Luftunruhe (Seeing) die Vergrößerung; oft liegt das Maximum bei rund 200× oder darunter. Bei mittelmäßiger Luft rät die British Astronomical Association zu geringerer Vergrößerung, weil hohe Vergrößerung die Verzerrungen mitvergrößert.

Mindestvergrößerung: Als Faustregel gilt etwa Öffnung ÷ 7 (Celestron: 3,6× pro Zoll). Darunter wird das Lichtbündel am Okular, die Austrittspupille, größer als die Pupille deines dunkeladaptierten Auges (maximal etwa 7 mm). Ein Teil des Lichts geht dann verloren, und das Feld kann einen dunklen Rand bekommen.

Welche Vergrößerung wofür?

Es gibt keine perfekte Vergrößerung pro Objekt, aber eine bewährte Reihenfolge:

  1. Aufsuchen mit kleiner Vergrößerung. Das größte Feld macht das Finden leicht.
  2. Mittlere Vergrößerung für Sternhaufen, Galaxien und die meisten Nebel. Hier ist das Bild hell genug und zeigt schon Struktur.
  3. Hohe Vergrößerung für Mond, Planeten und enge Doppelsterne – aber nur, wenn die Luft ruhig ist.
  4. Schrittweise steigern. Wechsle zur nächsthöheren Stufe, solange das Bild schärfer wird. Wird es weich und unruhig, war es eine Stufe zu viel.

Mehr zur Wahl des passenden Okulars findest du unter Okulare.

Typische Fehler

  • Mit hoher Vergrößerung suchen: Das Feld ist winzig, das Objekt rauscht durch. Immer erst mit kleiner Vergrößerung finden.
  • Zu viel wollen: Ein unscharfes 300×-Bild zeigt weniger als ein scharfes 150×-Bild.
  • Teleskop nicht ausgekühlt: Warme Luft im Tubus verschmiert das Bild bei hoher Vergrößerung. Stell das Teleskop früh nach draußen.
  • Barlow und kurzes Okular kombinieren: Schnell landest du weit über der sinnvollen Grenze. Rechne vorher kurz nach.

Häufige Fragen

Welche Vergrößerung ist für Planeten am besten?
Das hängt vor allem von der Luftruhe ab. Starte mit mittlerer Vergrößerung und steigere schrittweise, solange das Bild schärfer wird. Wird es nur noch größer und weicher, gehst du eine Stufe zurück.
Verdoppelt eine Barlow-Linse wirklich die Vergrößerung?
Ja, eine 2×-Barlow verdoppelt die wirksame Brennweite des Teleskops und damit die Vergrößerung jedes Okulars. Aus einem 25-mm-Okular an 1200 mm Brennweite (48×) werden so 96×.
Warum werben Teleskope mit sehr hohen Vergrößerungen?
Die Zahl ist leicht zu verkaufen, sagt aber wenig über die Qualität. Entscheidend ist die Öffnung: Sie bestimmt, wie viel Licht und Detail das Teleskop liefert. Als Faustregel ist mehr als etwa das Doppelte der Öffnung in Millimetern nicht sinnvoll.

Quellen (4)

  1. Celestron Knowledgebase: How to Determine Which Eyepieces to Use with Your Telescope (abgerufen 14.10.2026)
  2. Fayetteville Astronomical Society: Telescope Eyepieces (abgerufen 14.10.2026)
  3. Wikipedia (englisch): Exit pupil (abgerufen 14.10.2026)
  4. British Astronomical Association: Absolute Beginners – Astronomical seeing (abgerufen 14.10.2026)

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